Von Maleachi
bis Zacharias - 8

100 v.Chr.

Rom. Gajus Julius Cäsar, der spätere römische Staatsmann wird geboren. In der Stadt gibt es zahlreiche staatliche und private Bordelle und selbständige Prostituierte, die Abgaben an den Staat zahlen müssen.

Israel. Die älteste heute bekannte Bibelhandschrift wird angefertigt. Es ist die Rolle des Propheten Jesaja, die zusammen mit einigen essenische Handschriften 1947 in einer der Höhlen von Qumran gefunden wurde.

Das apokryphe Buch Baruch könnte in dieser Zeit aus mehreren griechischen Texten zusammengesetzt worden sein. Der erste ursprünglich auf Hebräisch verfasste Teil stammt vielleicht schon aus vormakkabäischer Zeit.
Das Buch wird wie die Weisheit Salomos einer bekannten alttestamentlichen Gestalt zugeschrieben, hier dem Sekretär des Propheten Jeremia (Jer 36). Es enthält ein Bußgebet, ein Loblied auf die Weisheit und verschiedene tröstende Lieder.

Der hasmonäische Hohe Priester Jannaios beginnt Gaza zu belagern.

96 v.Chr.

Jannaios erobert Gaza und verwüstet es zum großen Teil. Gaza wird auch im Neuen Testament Apg 8,26 erwähnt.

Zyrene in Nordafrika, das ebenfalls im Neuen Testament erwähnt ist (Mk 15,21.), wird Rom übereignet und dem Reich eingegliedert.

Um diese Zeit entsteht das erste Buch der Makkabäer auf Hebräisch.
Der Bericht umfasst die Ereignisse zwischen 175 und 134 v.Chr. Er schildert den heldenhaften Kampf der judäischen Juden, gegen die hellenistischen Herrscher und den Aufstieg des hasmonäischen Königtums bis zum Tod des Makkabäerbruders Simon. Der Bericht ist im Wesentlichen zuverlässig.

93 v.Chr.

Jannaios gießt zum Laubhüttenfest das Wasser aus der Siloahquelle nicht auf den Altar, wie es die Volkssitte wollte, sondern auf die Erde. Die empörte Menge schmäht ihn deshalb. Es kommt zu einem Aufstand, den 6000 Juden noch an diesem Tag mit dem Leben bezahlen. Von den Pharisäern unterstützt beginnt nun ein fünfjähriger Bürgerkrieg, der etwa 50.000 Menschenleben fordert.

88 v.Chr.

Am Ende des Bürgerkrieges sind beide Parteien erschöpft aber so voller Hass, dass die Pharisäer Demetrios III. um Hilfe gegen den eigenen König und Hohen Priester bitten. Demetrios marschiert mit einem Heer von 43.000 Mann nach Israel und schlägt Jannaios. Dann versucht Demetrios die syrischer Herrschaft wieder aufzurichten. Da suchen 6000 Juden ihren ins Gebirge geflohenen Hohen Priester wieder auf. Daraufhin zieht sich Demetrios nach Damaskus zurück, um einen Guerillakrieg zu vermeiden. Jannaios aber nimmt unmenschlich Rache an seinen jüdischen Gegnern. Er lässt 800 Gefangene vor seinen Augen kreuzigen. 8000 fliehen aus dem Land.

Griechenland. Mithridates, der König von Pontos, lässt in Kleinaseien 80.000 Römer ermorden. Er erobert auch Athen. Es kommt zum Krieg bei dem der römische Politiker und Feldherr Sulla den Oberbefehl hat.

Ägypten. In Theben kommt es zu einem dreijährigen Aufstand gegen Ptolemaios IX.

86 v.Chr.

Griechenland. Athen wird von den Römern zurückerobert.

85 v.Chr.

Israel. Jannaios gelingt es nach längerer Auseinandersetzung mit den Nabatäern den Golan seinem Herrschaftsbereich einzugliedern.

Italien. Im süditalienischen Capua gelingt es 70 Gladiatoren unter der Führung von Spartacus ihre Kasernen zu öffnen. Dadurch kommt es zum letzten größeren Sklavenkrieg.
Brutus, der spätere von Cäsar hochgeachtete römische Politiker, wird geboren.

82 v.Chr.

Israel. Jannaios erobert einige Städte im Ostjordanland.

Rom. Sulla richtet nach der Eroberung der Stadt ein Blutband unter seinen Gegnern an. Er lässt sich zum Diktator[ 1 ] ernennen. Marcus Licinius Crassus bereichert sich an der Seite Sullas an den Gütern der Ermordeten und Geächteten und erwirbt so ein riesiges Vermögen.
Markus Antonius, der spätere römische Politiker und Anhänger Cäsars, wird geboren.

79 v.Chr.

Griechenland. Der 27-jährige Cicero studiert den Redestil des Atticismus[ 2 ] in Athen und Rodos.

76 v.Chr.

Israel. Durch jahrelange Krankheit (wahrscheinlich Malaria) und die Strapazen des Krieges geschwächt stirbt Alexander Jannaios bei einem Feldzug gegen Ragaba im Ostjordanland. Seine 15 Jahre ältere Witwe Alexandra Salome verheimlicht seinen Tod bis zur Einnahme der Stadt. Noch auf dem Sterbebett soll er ihr den Rat gegeben haben, sich mit den Pharisäern zu versöhnen.

Alexandra Salome übernimmt ein Reich, das dem von David und Salomo ähnlich ist. Das bedeutet das Ende der Vorherrschaft der Pharisäer. Die Gefängnisse werden geöffnet, die Flüchtlinge kehren heim.

75 v.Chr.

Alexandra Salome betraut ihren schwachen Sohn Hyrkan II. mit dem Amt des Hohen Priesters. Der schließt sich wie seine Mutter den Pharisäern an, die nun großen Einfluss im Synedrion, dem Hohen Rat, bekommen. Alexandra behält die Zügel aber fest in der Hand. Ihren jüngsten Sohn Aristobul II. gebraucht sie für militärische Aktionen. Der steht bald an der Spitze einer Gruppe von Sadduzäern.

Römisches Reich. Bithynien wird Rom geschenkt und dem Reich eingegliedert. Cäsar gerät in die Gewalt von Seeräubern.

72 v.Chr.

Frankreich. Germanische Sueben (Alemannen) dringen nach Gallien vor.

In der alten Philisterstadt Aschkelon am Mittelmeer wird Herodes, der später der Große genannt wird, als Sohn des Idumäers Antipater und der Nabatäerin Kufra geboren.

71 v.Chr.

Der römische Politiker und Feldherr Crassus schlägt den Sklavenaufstand unter dem thrakischen Gladiator Spartacus nieder. 6000 Sklaven werden an der Straße Rom-Capua gekreuzigt.

70 v.Chr.

Rom. Der Kult der ägyptischen Muttergöttin Isis kommt nach Rom und gewinnt rasch Einfluss.

69 v.Chr.

Der 37-jährige Pompeius beginnt mit 500 Schiffen und einem großen Heer einen Krieg gegen die Seeräuber im Mittelmeer.

Kleopatra wird als Tochter Ptolemaios XII. Auletes und letzte Vertreterin der Ptolemäer-Dynastie in Ägypten geboren.

67 v.Chr.

Israel. Als Alexandra Salome, die Königin aus dem Haus der Hasmonäer erkrankt, bringt ihr jüngerer Sohn Aristobul in wenigen Wochen alle Festungen außerhalb von Jerusalem in seine Hand. Nach ihrem Tod bricht ein Zwist zwischen Hyrkan II. und Aristobul II. aus. In der Gegend von Jericho kommt es zur Schlacht. Hyrkan zieht sich nach Jerusalem in die Burg Antonia zurück, wo er Frau und Kinder des Aristobul als Geiseln gefangen hält. Beide Brüder schließen dann einen Vertrag und einigen sich, daß Aristobul Nachfolger von Alexandra Salome wird.

Rom. Pompeius ist es in kurzer Zeit gelungen, das Seeräuberunwesen im Mittelmeer abzustellen. Außerdem annektiert er Zilizien und Kreta für das Römische Reich.

66 v.Chr.

Der ehemalige römische Feldherr Lucullus macht sein Haus zu einem Mittelpunkt der geistigen Leben und des Genusses.
Cicero schreibt philosophische Werke.

65 v.Chr.

Israel. Der römische Feldherr Pompeius erobert den Golan mit seinen Höhen westlich vom See Gennesaret.
Antipater II., ein Freund Roms, dessen Vater seinerzeit von Jannaios zum Statthalter von Idumäa ernannt worden war, ergreift Partei für Hyrkan und sät Misstrauen unter die Brüder.

64 v.Chr.

Pompeius erklärt den letzten Seleukidenkönig Philippus II., den König über Syrien, für abgesetzt. Nach der der endgültigen Niederschlagung von Mithridates VI., dem König von Pontos, gründet er drei römische Provinzen: Bithynien-Pontos am Schwarzen Meer, Zilizien im Südosten von Kleinasien und Syrien - das Küstenland vor Damaskus.

Auf Anstiften von Antipater II. bricht Hyrkan den Vertrag mit seinem Bruder und überredet den Nabatäerkönig[ 3 ] Aretas mit einem Heer von 50.000 Mann nach Jerusalem zu ziehen und Aristobul in der Tempelburg zu belagern. Als Scaurus, der Legat des Pompeius für Syrien, hörte, was sich in Jerusalem abspielte, zieht er eilig nach Israel. Beide Parteien bieten ihm 400 Talente für seine Hilfe an. Scaurus ergreift Partei für den bedrängten Aristobul und zwingt Hyrkan zum Abzug.

Nachdem sich Hyrkan und Aretas zurückgezogen haben, werden sie trotz des Waffenstillstands von Aristobul am Jordan überfallen und geschlagen.

63 v.Chr.

Pompeius befiehlt beide Kontrahenten zu sich und ernennt die schwächere Persönlichkeit, nämlich Hyrkan, zum Herrscher der Juden. Er setzt ihn als Hohen Priester über ein stark verkleinertes Judäa ein und gibt ihm den Titel "Ethnarch". Die eigentliche Macht liegt aber in den Händen seines Beraters Antipater, dem bösen Geist der Hasmonäischen Dynastie.

Noch ist Jerusalem von Aristobuls Truppen besetzt. Weil seine Anhänger sich aber weigern, die Römer hinein zu lassen, besetzen die römischen Truppen die Stadt. Es folgt eine mühsame dreimonatige Belagerung der Tempelburg. Doch an einem Sabbat dringen die Soldaten in den Tempel ein, wo die Priester den Opferdienst verrichten, als sei nichts geschehen. 12.000 Menschen sterben an diesem Tag. Aus Neugier betritt Pompeius das Allerheiligste, vergreift sich aber weder am Tempel noch an seinen Schätzen. Aristobul wird mit vielen gefangenen Juden nach Rom gebracht, wo er später stirbt.

Pompeius teilt das Gebiet Israels neu auf. Es entsteht der Zehnstädtebund (Dekapolis), der unter der Oberaufsicht des Statthalters von Syrien bleibt. Den Juden werden die hellenistischen Städte abgenommen, außerdem die fruchtbare Jesreel-Ebene und die Umgebung von Joppe. Das kleine, stark geschwächte jüdische Reich ist den Römern tributpflichtig geworden.

Rom. Gajus Octavianus, der spätere Kaiser Augustus, wird am 23. September geboren.
Cäsar wird zum Pontifex Maximus, zum Oberpriester aller öffentlichen Kulte Roms, gewählt.

61 v.Chr.

Nachdem Pompeius nach Rom zurückgekehrt ist, entlässt er sein Heer und feiert einen großen Triumph.

60 v.Chr.

In Rom wird das erste Triumvirat gegründet. Dazu gehören Pompeius, der römische Multimillionär Crassus und Gajus Julius Cäsar. Es ist ein Bündnis von militärischer Macht, Geld und Politik. Die Intention des Bündnisses war: Es sollte "nichts im Staat geschehen, was einem der drei missfalle".

59 v.Chr.

Cäsar wird Konsul und auf Beschluss der Volksversammlung für fünf Jahre Statthalter von Gallien.

58 v.Chr.

Die Römer bekommen durch ein ägyptisches Testament Zypern. Markus Portius Cato, Senator und Feldherr, wird mit der Verwaltung beauftragt. Er gehört zu den prominentesten Gegnern Cäsars.

Cäsar besiegt die Sueben (Alemannen), drängt die Schweizer zurück und erobert in sieben Jahren ganz Gallien. Sein "Gallischer Krieg" gilt als Höhepunkt der Militärberichterstattung. Cäsar beschreibt als erster die Germanen als eigenes Volk.

57 v.Chr.

Israel. Alexander, der älteste Sohn von Aristobul II., kann auf der Reise in die Gefangenschaft nach Rom fliehen. Er bringt ein Heer von 10.000 Soldaten und 5000 Reitern zusammen und bekommt drei jüdische Festungen in seine Gewalt.

Der syrische Prokonsul Gabinius schickt seinen Unterbefehlshaber Markus Antonius gegen Alexander. Es kommt zu einem Vergleich. Alexander darf gegen Übergabe der Festungen frei abziehen.

Gabinius baut die Stadt Gaza etwas näher am Meer, südlich der Ruinen wieder auf, ebenso die 50 Jahre zuvor zerstörte Stadt Samaria.

56 v.Chr.

Es gelingt Aristobul, mit seinem Sohn Antigonos aus Rom zu entkommen. In Judäa angekommen, versucht er sofort seine alte Macht wiederzugewinnen. Gabinius schlägt Aristobul und schickt ihn in die Kriegsgefangenschaft nach Rom zurück.

55 v.Chr.

Gabinius unternimmt einen Feldzug nach Ägypten. Antipater, der Vater des Herodes, setzte alles daran, ihm zu helfen. Währenddessen zettelte Alexander in Israel einen neuen Aufstand an. Die schnelle Rückkehr des Gabinius vereitelte das. Antipater kann viele Juden zur Einsicht bewegen. Als Dank wird er der entscheidende Mann in Judäa. Hyrkan regierte nur noch dem Namen nach.

Germanien. Cäsar unternimmt widerholt Feldzüge über den Rhein und dringt bis nach Britannien vor. Der Rhein wird die Grenze des Römischen Reiches. In der Nähe von Bonn baut Cäsar eine Pfahlbrücke über den Rhein. Pompeius baut das erste römische Theater aus Stein.

54 v.Chr.

Der römische Politiker und Multimillionär Crassus kommt in den Osten, um sich dort auf den Krieg mit den Parthern vorzubereiten. Statt dessen plündert er das Heiligtum in Jerusalem und gewinnt einen Schatz von 2000 Talenten Gold und 8000 Talente goldenen Zierat. Im Kampf gegen die Parther läßt Crassus sich dann in die Wüste locken. Sein Heer wird geschlagen und er selbst bei den folgenden Verhandlungen umgebracht. Einer seiner Unterfeldherren Cassius Longinus kann mit der Hauptmacht nach Syrien entkommen.
Die Niederlage des Crassus liefert für die Juden erneut das Signal zum Aufstand. Sie wollen die Plünderung des Tempels rächen. Antipater schlägt die Aufständischen und läßt den Anführer durch seinen Feldherrn Cassius töten. Dieser läßt dann zur Strafe für den Aufstand Zehntausende von Juden in die Sklaverei verkaufen.

53 v.Chr.

Nach dem Tod des Crassus stellen sich Pompeius mit dem Senat gegen Cäsar.

52 v.Chr.

Ein großer Aufstand gegen Rom beginnt in Gallien, das zu dieser Zeit etwa sieben Millionen Einwohner hat. Dem jungen Fürst des gallisch-keltischen Arvernerstammes Vercingetorix gelingt es, die gallischen Stämme zu einigen. Cäsar unterliegt in der Schlacht bei Gergovia, siegt aber in Alesia. Ein römischer Feldherr zerstört Paris.

51 v.Chr.

Kleopatra VII. wird nach dem Tod ihres Vaters Ptolemaios VIII. als Frau ihres Bruders Ptolemaios XIII. Königin von Ägypten.

Gallien ist vollständig befriedet worden und römische Provinz. Cäsar schreibt sein Buch "Der gallische Krieg".

50 v.Chr.

Israel. In pharisäischen Kreisen in Jerusalem entstehen die 18 Lieder der sogenannten "Psalmen Salomos". Sie verstehen die Eroberung Jerusalems durch Pompeius als Strafrute Gottes für die Entweihung des Heiligtums durch die Hasmonäer.


[ 1 ] "Diktator" war in der römischen Republik ein zeitlich befristetes, aber mit großen Vollmachten ausgestattetes politisches Amt.
[ 2 ] Damit wurde das Streben bezeichnet, das Griechisch im reinen attischen Dialekt zu reden und zu schreiben.
[ 3 ] Die Nabatäer waren ein Verbund nordwestarabischer Nomandenstämme.