Von Josua bis Samuel

Letzte Änderung am: 06.03.2013

1406 v.Chr.

1. April. Nach Moses Tod und der 30-tägigen Trauer ermutigt Gott Josua, das Volk Israel in das verheißene Land zu führen. Daraufhin schickt Josua zunächst die beiden Männer los, die Jericho erkunden sollen. Nach sieben Tagen sind sie mit positiven Nachrichten zurück. – Josua 1,1-9 / 2,1-24.

7. April. Josua befiehlt dem Volk, sich mit Verpflegung zu versorgen, um in drei Tagen den Jordan zu überschreiten. Gleichzeitig erinnert er die zweieinhalb Stämme, die im Ostjordanland wohnen bleiben wollen, an ihre Verpflichtung. Sie sollten das Volk bei der Eroberung des Landes Kanaan unterstützen, was sie nun auch bereitwillig tun. – Josua 1,10-18

9. April. Unmittelbar am Jordan übernachtet das Volk noch einmal. Der Fluss führt nach der Schneeschmelze im Norden Hochwasser und ist etwa einen Kilometer breit. – Josua 3,1-5

10. April.Josua befielt den Priestern mit der Bundeslade voranzugehen und verspricht, dass das Wasser sinken wird, sobald die Priester ihre Füße ins Jordanwasser setzen. Die Priester bleiben mit der Bundeslade mitten im Flussbett stehen während das ganze Volk unterhalb von ihnen über den Jordan zieht. 30 km nördlich von der Übergangsstelle hatte sich das Wasser wie ein Damm (oder vor einem Damm) plötzlich angestaut.
Nachdem das Volk durch das Flussbett gezogen war, befiehlt Josua je einem Vertreter jedes Stammes, einen großen Stein aus dem Jordan zu holen, und im Lager von Gilgal als Gedenksteine aufzurichten. Josua selbst schichtet zur gleichen Zeit 12 Steine an der Stelle im Jordan auf, wo die Priester stehen. – Josua 3,6 - 4,24

Alle männlichen Israeliten werden im Lager in Gilgal mit Steinmessern beschnitten. Offenbar war das während der Wüstenwanderung unterblieben.
Dieses Gilgal hier lag etwa drei Kilomter nordöstlich von Jericho und ist von dem späteren Gilgal in Efraοm und dem in Galiläa zu unterscheiden. – Josua 5,1-9

14. April. Die Israeliten feiern das erste Passafest im verheißenen Land und essen erstmals von erbeuteter Nahrung. Von diesem Tag an bleibt das Manna aus. – Josua 5,10-12

Die Einnahme des Landes Kanaan beginnt mit der Unterwerfung Josuas unter den "Befehlshaber des Heeres Jahwes". – Josua 5,13-15

Gott befielt Josua, dass alle bewaffneten Männer Israels sechs Tage hintereinander einmal schweigend um die Stadt ziehen sollen hinter sieben Priestern her, die Schofar-Hörner bei sich hatten und fortwährend blasen sollten. Zwischen den Priestern und dem Heer sollte die Bundeslade getragen werden. Am siebten Tag sollte alles sieben Mal geschehen, dann würde die Stadtmauer einstürzen. Die Israeliten gehorchen und erobern am 7. Tag mit gewaltigem Kriegsgeschrei über den eingestürzten Mauern die Stadt und töten alles, was in der Stadt lebt. Nur die Hure Rahab und ihre Familie wird verschont. – Josua 6
Obwohl die Ergebnisse der Ausgrabungen Jerichos sehr unterschiedlich gedeutet werden, gibt es genügend archäologische Hinweise, dass das erstaunliche Geschehen sich genau so zugetragen hat, wie es die Bibel berichtet. So wurden zum Beispiel in den Häusern große Mengen an gelagertem Getreide gefunden, was für die Archäologie Palästinas einmalig ist und darauf hindeutet, dass die Stadt nicht durch eine Aushungerungsbelagerung fiel, sondern kurz nach der Erntezeit erobert wurde. Damals war Getreide so wertvoll, dass es von den Eroberern unbedingt geplündert wurde, das war hier aber nicht der Fall. Die Archäologie bestätigt, dass die Stadt stark befestigt war, doch ihre Mauern zusammenfielen und die Stadt schließlich verbrannt wurde.

Ein Israelit aus dem Stamm Juda vergreift sich bei der Eroberung Jerichos an der Beute. Deshalb sorgt Gott dafür, dass die Eroberung der kleinen Stadt Ai durch 3000 Männer misslingt. Es gibt sogar 36 Tote zu beklagen und die Führer verlieren den Mut. Erst als die Sache bereinigt und der schuldige Mann samt seiner Familie bestraft ist, darf Israel die Stadt Ai erobern. Diesmal soll Josua das ganze Heer mitnehmen, um die Moral des Volkes wiederherzustellen. Sie zeihen noch einmal den Weg aus dem Jordangraben, der bei Jericho etwa etwa 250 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, nach Ai 913 Meter über NN. Die Israeliten müssen dabei eine Entfernung von etwa 20 km und einen Höhenunterschied von mehr als 1100 Meter bewältigen. – Josua 7,1 - 8,29

Mit der Eroberung von Jericho und Ai wurden die Pässe ins Landesinnere geöffnet und ein Keil zwischen die nördlichen und südlichen Teile des Landes getrieben. Damit war auch der Weg zu den Bergen Garizim und Ebal frei.

Zwischen Garizim und Ebal. Die Israeliten sollen nun an den geistlichen Aspekt der Landnahme erinnert werden. So früh als möglich erfüllt Josua, was Mose befohlen hatte, nämlich einen Altar auf dem Garizim zu bauen und die Segens- und Fluchworte im Tal zwischen beiden Bergen vorzutragen. – Josua 8,30-35 Anschließend kehren sie wieder ins Lager nach Gilgal zurück.

Was mit Jericho und Ai geschehen war, hatte sich schnell herumgesprochen. Die Gegner schließen sich zusammen und die vier gibeonitischen Städte greifen zu einer List. Sie bringen die Führer Israels dazu, einen Bund mit ihnen zu schließen. Dieser Bundesschluss, der ohne die Befragung Jahwes zustande gekommen war, hatte für Israel Folgen. Als die Königsstadt Gibeon durch eine Koalition von fünf Königen angegriffen wird, muss Israel helfen. Nach einem Gewaltmarsch die ganze Nacht hindurch überfällt Israel die Belagerer Gibeons und bringt ihnen eine schwere Niederlage bei. Gott hatte seinem Volk dabei durch ein außerordentliches Wunder geholfen.
Das Wunder des sogenannten "langen Tages" ist ein übernatürliches Geschehen, für das wir letztlich keine Erklärung haben. Vielleicht können wir es uns aber so vorstellen: Das israelitische Heer verfolgte nach dem nächtlichen Sieg bei Gibeon die Feinde bis zu der Höhe von Bet-Horon. Der Mond stand noch über dem Tal Ajalon und die Sonne wollte gerade hinter dem israelitischen Heer aufgehen. Da betete Josua offenbar um eine Verlängerung der Nacht. Gott beantwortete das Gebet mit einem Hagelsturm. Die Sonne stand still, wörtlich: "hörte auf" und "beeilte sich nicht aufzugehen" (so kann das Wort in Josua 10,13 auch übersetzt werden). Es blieb also den ganzen Tag lang dunkel, was die kanaanitischen Streitwagen wirkungslos machte und den Israeliten den Sieg gab. – Josua 9,1 - 10,27

Anschließend führt Josua das israelitische Heer gegen die Städte im Süden. Seine Strategie besteht darin, gegen die kanaanitischen Schlüsselstädte in verheerenden schnellen Angriffen vorzugehen und die Bewohner zu vernichten ohne jedoch die Städte zu besetzen. So kann er erst einmal die Macht der Kanaaniter brechen. – Josua 10,28-43 Erst in den nächsten 300 Jahren haben dann die einzelnen Stämme die ihnen zugeteilten Gebiete wenigstens teilweise erobert.

Josuas erfolgreicher Feldzug in den Süden Kanaans zwingt die Stadtkönige des Nordens, ein festes Bündnis gegen Israel zu schmieden. Sie bringen eine sehr große Menge an Soldaten und Streitwagen zusammen. Jahwe selbst ermutigt Josua. In der Nähe des Har-Merom, des höchsten Berges von Nordgaliläa kommt es nach einem Überraschungsangriff Israels zur entscheidenden Schlacht. Josua erobert alle Städte der Koalition, lässt aber nur die Stadt Hazor niederbrennen. Damit ist die Macht der Kanaaniter grundsätzlich gebrochen. – Josua 11,1-22 Die Liste der besiegten Stadtkönige ist lang. – Josua 12,1-23

1399 v.Chr.

Die militärische Macht Kanaaniter ist nach sieben Jahren Krieg zerstört. Insgesamt können sie Israel nicht mehr gefährlich werden. Jetzt können die einzelnen Stämme Israels die ihnen zugewiesenen Gebiete in Besitz nehmen und Josua kann die Kämpfer aus dem Ostjordanland in ihre Stammesgebiete zurückschicken.[ 10 ] Aber bevor die Männer der Stämme Ruben, Gad und Ost-Manasse den Jordan überqueren, bauen sie an den Steinmalen am Jordan einen großen Altar. Das wird von den anderen Stämmen sehr falsch verstanden und führt fast zu einem Bruderkrieg. Die Oststämme können aber glaubhaft versichern, dass sie Jahwe, dem Gott Israels treu bleiben wollen und der Altar sie gerade daran erinnern soll. – Josua 22

Gilgal. Der erste Stamm, der sein Gebiet erobert, ist Juda. Seine Vertreter kommen zu Josua, als Israel noch in Gilgal sein Hauptlager hatte. Auch Kaleb ist dabei, der zu diesem Zeitpunkt ein Alter von 85 Jahre erreicht hat und sich noch sehr fit fühlt. Er bittet Josua, ihm zu erlauben, das Land zu erobern, das ihm vor 45 Jahren in Kadesch versprochen worden war. Es ist das Bergggebiet um Hebron herum. Später wird er noch Kirjat Sefer dazubekommen, das Otniel erobert, der dadurch Kalebs Schwiegersohn wird. – Josua 14,1 - 15,19 / Richter 1,1b-15

Auch die Josefstämme (Efraοm und halb Manasse) erobern relativ rasch das ihnen zugeteilte Gebiet, allerdings nicht vollständig. – Josuas 16,1 - 17,18

Aber die anderen Stämme bleiben recht säumig und leben noch viele Jahre als Nomaden im Land.

um 1390 v.Chr.

Um diese Zeit wird Boas als Sohn von Salmon und Rahab in Bethlehem geboren. – Matthäus 1,5

1382 v.Chr.

Ein König aus dem oberen Mesopotamien unterdrückt die Israeliten, wahrscheinlich die Stämme, die sich schon sesshaft gemacht hatten. Diese hatten sich inzwischen nach dem Vorbild der Bewohner Kanaans Baale und Ascheren aufgestellt. Offenbar mussten sie diesem mesopotamischen König acht Jahre lang Tribut zahlen.[ 12 ] – Richter 3,7-8 [ 18 ]

um 1385 v.Chr.

Schilo. Jahwe ermutigt Josua, dennoch das ganze Land als Erbbesitz für die restlichen Stämme zu verlosen. Zu diesem Zeitpunkt ist Josua schon sehr alt. Er lässt die ganze Gemeinschaft Israels nach Schilo kommen und richtet dort das Zelt der Gottesbegegnung auf. Sieben Stämme hatten ihr Land immer noch nicht in Besitz genommen. Josua schickt je drei Männer aus jedem Stamm gemeinsam durch das noch nicht zugeteilte Land. Sie sollen die Gebiete erfassen, die Josua dann vor Jahwe unter sie verlosen würde. Auch Josua selbst erhält einen Anteil. – Josua 13 / Josua 18,1 - 19,51
Dann werden auch die Asylstädte bestimmt, die demjenigen Schutz bieten, der aus Versehen, ohne Vorsatz, einen Menschen getötet hat. Anschließend werden durch Los in allen Stämmen die Städte bestimmt, in denen die Leviten wohnen sollen. – Josua 20 - 21 [ 6 ]

um 1380 v.Chr.

In der Gestalt des Engels Jahwes greift Gott selbst ein und erinnert Israel an seinen Bund und ihren Ungehorsam. Da schreien die Israeliten auf und weinen. Aber es war wohl eher Selbstmitleid als Buße. – Richter 2,1-5

1375 v.Chr.

Josua spürt, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Er ruft noch einmal die Ältesten, die Oberhäupter, die Richter und die Aufseher zu sich und erinnert sie an das, was Gott gesagt hat und dass sie sich an alles halten sollen, was im Gesetzbuch Moses steht. Dann ermutigt er sie, die restlichen Gebiete zu erobern und dem Bund mit Gott treu zu bleiben. – Josua 23

Sichem. Anschließend beruft er eine Volksversammlung an den Platz zwischen dem Berg Garizim und Ebal ein, wo Israel vor 31 Jahren auf das Gesetz verpflichtet wurde. Jetzt erneuert Josua wie bei einem altorientalischen Vasallenvertrag in feierlicher Form den Bund mit Gott und verpflichtet Israel darauf. – Josua 24,1-28

Josua stirbt noch in diesem Jahr im Alter von 110 Jahren. Ebenso wird wohl in diesem Jahr noch der Hohe Priester Eleasar bestattet. Auch die Mumie Josefs, der ebenfalls 110 Jahre alt geworden war, wird beigesetzt. – Josua 24,29-33

1374 v.Chr.

Otniel, Kalebs Neffe und Schwiegersohn, zieht gegen Kuschan-Rischatajim in den Kampf und besiegt dessen Heer. Das verschafft den Stämmen Israels eine vierzigjährige Ruhezeit, in der sie nicht von äußeren Feinden bedroht werden. Der Götzendienst im Land geht trotzdem weiter. – Richter 3,9-11

1370 v.Chr.

Die Kassiten, ein Volk aus dem östlichen Bergland, beherrschen das Gebiet im Zweistromland. Deren König Burnaburias II. schreibt einen Brief an den Pharao Amenophis. Darin protestiert er gegen die neu geschlossene Allianz der Ägypter mit den Assyrern, den Feinden von Burnaburias im Norden. Er beschwert sich brieflich über die schlechte Behandlung, die seine Botschafter erfahren hätten, als sie durch Kanaan reisten. Dieser Brief, der zu den in El-Amarna gefundenen Schrifttafeln gehört, passt gut zum Beginn der Richterzeit.

In dieser Zeit kann der Stamm Dan immer noch nicht die Philister im Südwesten vertreiben und wandert nach Norden aus. Unterwegs nehmen die 600 Bewaffneten einen Leviten mit, der den Priesterdienst für einen Mann aus dem Gebirge Efraοm versah. Sie rauben ihn, das Efod, die Terafim und ein geschnitztes, mit Silber überzogenes Götzenbild, und machen ihn zu einem Priester für ihren ganzen Stamm. Dieser Levit hieß Jonathan und war ein Enkel von Mose. Der Mischmasch zwischen Jahweverehrung und Götzendienst wird noch 320 Jahre andauern bis das Heiligtum in Schilo von den Philistern vernichtet wird. – Richter 17-18 / 1. Samuel 4,10

Schon wenige Jahre nach dem Tod Josuas ist der geistlich-moralische Zustand des Volkes Israel katastrophal wie es die Übersicht in Richter 2,6 - 3,6 zeigt. Es kommt zu Götzendienst und Mischehen.

1365 v.Chr.

Eine fürchterliche Schandtat der Benajminiten von Gibea, die die Nebenfrau eines Leviten so vergewaltigen, dass sie stirbt, führt zu einem Krieg aller Stämme Israels gegen Benjamin. Doch zuerst erleiden sie eine schlimme Niederlage. Endlich befragen sie Jahwe durch Pinhas, den Enkel Aarons, der immer noch als Hoherpriester unter ihnen lebt. Erst da gibt Jahwe ihnen den Sieg. 25.100 Bewaffnete aus dem Stamm Benjamin werden getötet. Nur 600 können sich retten. Alle Ortschaften werden niedergebrannt, alle Menschen und Tiere im Gebiet Benjamnis umgebracht. – Richter 19-20

Anschließend tut es den Israeliten leid, einen Stamm fast ausgelöscht zu haben. Sie sorgen dafür, dass die 600 Übriggebliebenen vom Stamm Benjamin Frauen bekommen. Dazu vernichten sie noch eine israelitische Stadt, nämlich Jabesch in Gilead, weil deren Männer sich geweigert hatten, an dem Kampf gegen Benjamin teilzunehmen. Außerdem erlauben sie den Benjaminiten jedes Jahr bei einem Fest in Schilo, sich die noch benötigten Frauen zu rauben. – Richter 21

Das Buch Josua wird um diese Zeit abgeschlossen. Es umfasst vom Tod Moses bis zum Tod Josuas einen Zeitraum von 31 Jahren. Benannt ist es nach Josua, seiner Hauptperson, der als Augenzeuge auch selbst einige Teile aufgeschrieben haben kann.[ 7 ] Andererseits sprechen bestimmte Formulierungen[ 8 ] und der Schluss dafür, dass es erst nach dem Tod Josuas zusammengestellt wurde. Das könnte aber schon wenige Jahre später gewesen sein, denn Rahab war zu dieser Zeit noch am Leben.[ 9 ]

um 1340 v.Chr.

Elimelech und Noomi ziehen wegen einer Hungersnot von Bethlehem in das fruchtbare Gebiet Moabs.
Nachdem sie dort einigermaßen sesshaft geworden sind, stirbt Elimelech.
Noomi bleibt mit ihren Söhnen allein in der Fremde. – Rut 1,1-3

um 1331 v.Chr.

Die Söhne von Elimelech und Noomi aus Bethlehem heiraten in Moab zwei moabitische Frauen, Orpa und Rut. – Rut 1,4-5

1334 v.Chr.

Eglon, der König der Moabiter, gewinnt Macht über Israel. Er besiegt die Israeliten in einer Schlacht und besetzt die Oase Jericho. Dann zwingt er Israel 18 Jahre lang, ihm Tribut zu zahlen. – Richter 3,12-14

um 1340 v.Chr.

Noomi kehrt mit Rut nach Bethlehem zurück. – Rut 1,6-22

Rut liest Ären auf dem Feld von Boas und lernt den gütigen Besitzer kennen. Noomi teilt Rut mit, dass dieser Mann ein Löser für ihren ehemaligen Besitz ist, der auch die "Schwagerehe" mit Rut vollziehen könnte, wenn er will. Rut bittet Boas, ihr Löser zu sein. – Rut 2-3

Boas aus Bethlehem, Sohn der Rahab, heiratet die Moabiterin Rut.[ 14 ] – Rut 4

1316 v.Chr.

Ehud, ein Linkshänder aus dem Stamm Benjamin, überbringt den jährlichen Tribut. Er hat sich heimlich bewaffnet und bringt den fetten Moabiterkönig Eglon um. Dann ruft Ehud die Männer Israels zusammen. Sie folgen ihm ins Jordantal und schlagen die Edomiter. Das Land bekommt für 80 Jahre Ruhe vor allen äußeren Feinden. – Richter 3,15-30

1235 v.Chr.

Im Norden Israels haben sich Kanaaniter zu einer überlegenen Militärmacht entwickeln können. Hazor, 14 km nördlich des Sees Gennesaret, war die wichtigste nordkanaanäische Festung und Residenz von König Jabin. Dessen Heerführer Sisera, der über eisenbeschlagene Streitwagen verfügte und sein Hauptquartier in Haroschet-Gojim hatte, 16 km nordwestlich von Megiddo, unterdrückt Israel 20 Jahre lang. – Richter 4,1-3

1230 v.Chr.

Die Wege durch Israel sind nicht mehr sicher. Es werden Verbrechen verübt. Wer reisen will, muss auf versteckten Pfaden gehen. Felder und Dörfer sind verwaist. Offensichtlich machen nicht nur Sisera, sondern auch die Philister viele Straßen unsicher. Schamgar kämpft mit einem landwirtschaftlichen Gerät gegen die Philister. – Richter 3,31 / Richter 5,6-7

1216 v.Chr.

Debora, eine Prophetin spricht unter der "Debora-Palme" im Gebirge Efraοm Recht in Israel. Sie bestellt eines Tages Barak aus dem Norden Israels zu sich und beauftragt ihn, mit 10.000 Mann aus den Stämmen Naftali und Sebulon zum Berg Tabor zu ziehen, wo Gott die Feinde in die Hand Israels geben würde. Sisera beordert seine ganze Heeresmacht an den Bach Kischon. Als dann die Israeliten vom Berg herunterstürmen gerät das feindliche Heer in Panik. Sisera flüchtet bis er völlig entkräftet am Zelt des Keniters Heber, eines Nachkommen von Mose, ankommt. Dessen Frau Jael lädt ihn ein, sich in ihrem Zelt auszuruhen. Als er in einen tiefen Erschöpfungsschlaf gefallen ist, bringt sie ihn um. – Richter 4,4-23

Debora und Barak dichten ein Lied, in dem Jahwe gepriesen und der Sieg besungen wird. Es werden aber auch die Stämme getadelt, die sich nicht am Kampf beteiligt hatten: Ruben, die Stämme im Ostjordanland, Dan und Ascher. – Richter 5,1-31

In der Folgezeit werden die Kanaaniter aus Jabins Stamm immer schwächer bis der Stamm ganz vernichtet ist. Israel hat 40 Jahre Ruhe. – Richter 4,23 / 5,31

um 1200 v.Chr.

In China entstehen die ersten Inschriften auf Orakelknochen, die heute noch existieren.

In Babylon entsteht aus älteren Quellen ein Epos, das sogenannte "Enuma elisch", das die Erschaffung der Menschheit beschreibt.

In Israel werden neben verschiedenen Baalen und Ascheren auch die Götter der Amoriter verehrt, – Richter 6,7-10.25

1178 v.Chr.

Der Priester und spätere Richter Eli wird geboren. Er ist ein Nachkomme von Itamar, dem jüngsten Sohn Aarons.[ 20 ] Er wird 98 Jahre alt werden. – 1. Samuel 4,15-18

1176 v.Chr.

Das Nomadenvolk der Midianiter, das in der Araba und in Transjordanien umherzieht, macht Israel schwer zu schaffen. Sie überfallen die Israeliten immer wieder in der Erntezeit, rauben Getreide und Vieh und lassen nichts Essbares zurück. Die Israeliten werden bettelarm durch sie. – Richter 6,1-6

1169 v.Chr.

Der Engels Jahwes[ 15 ] beruft Gideon, Israel von den Midianitern zu befreien. Nachdem er ihm durch ein Zeichen versichert hat, dass er wirklich Gott ist, beauftragt er ihn, den Baalsaltar und den Aschera-Pfahl auf dem Grundstück seines Vaters zu zerstören und dort einen Altar für Jahwe zu bauen. Als die Einwohner von Ofra das entdecken, kommt es nächsten Morgen zu einem Aufruhr in der Stadt. Doch Gideons Vater steht zu seinem Sohn. – Richter 6,11-32

Als die Midiantier zusammen mit den Amalekitern und den Nomaden des Ostens wiederkommen, wird Gideon vom Geist Gottes erfüllt. Er sendet Boten durch ganz Manasse, Ascher, Sebulon und Naftali. Dann bittet er Gott noch zweimal um ein Bestätigungszeichen. – Richter 6,33-40

Gott lässt Gideon von den 32.000 Bewaffneten, die ihm gefolgt waren, 300 auswählen. Mit diesen Männern erringt Gideon den Sieg über das Heer der Feinde, die sich in Panik gegenseitig angreifen und dann fliehen. – Richter 7,1-22

Nun werden Israels Mannschaften aus den Stämmen Naftali, Ascher und ganz Manasse aufgeboten, um die Midianiter zu verfolgen. Männer von Efraοm besetzen die Furten des Jordan. – Richter 7,23 - 8,3

Gideon verfolgt mit seinen 300 Mann die Feinde im Ostjordanland. Die Bewohner von Sukkot und Pnuλl verweigern ihm ihre Hilfe. Auf dem Rückweg von der erfolgreichen Schlacht bestraft Gideon beide Städte. – Richter 8,4-21

Die Israeliten wollen Gideon zum Herrscher machen, was dieser aber verweigert. Statt dessen lässt er sich aus der Beute Gold geben und benutzt es dazu, eine Nachbildung des hohenpriesterlichen Efods zu machen, das dann von den Israeliten als Symbol für Jahwe verehrt, seiner Familie aber zum Verhängnis wird. Trotzdem hat das Land bis zu Gideons Tod Ruhe vor seinen Feinden. – Richter 8,22-32

1134 v.Chr.

In China herrscht Wu Wang. Er will das Volk von Tyrannei und Unterdrückung der Shang-Dynastie befreien und beruft sich dabei auf das Mandat des Himmels. Er verehrt Shang Di, den Himmelsgott.

1129 v.Chr.

Nördliches Israel. Nach dem Tod Gideons fällt zumindest das nördliche Israel wieder in den Baalsdienst zurück. Abimelech, einer von Gideons Söhnen, dessen Mutter aus Sichem stammte, überredet die Einwohner Sichems, ihn zum König zu machen. Anschließend lässt er alle seine Halbbrüder umbringen. Nur Jotam, Gideons jüngster Sohn, kommt mit dem Leben davon. Noch während der Krönung Abimelchs hält Jotam von einem Felsvorsprung aus eine Mahnrede an die Bürger von Sichem und droht ihnen die Strafe Gottes an. – Richter 8,33 - 9,21

1126 v.Chr.

Sichem. Gott sorgt dafür, dass die Bürger Sichems sich mit Abimelech entzweien. Sie verlegen sich außerdem auf Straßenraub. Ein gewisser Gaal kann ihr Vertrauen gewinnen. Der abwesende Abimelech zieht nachts mit seinen Truppen heran, kämpft gegen Gaal und dessen Truppen und vertreibt sie aus Sichem. Am nächsten Morgen, als die Einwohner Sichems wieder auf ihre Felder gehen, greift Abimelech Sichem an. Er erobert die ganze Stadt, tötet alle Bewohner und steckt eine große Menge Holz über dem Kellergewöbe der Tempelburg in Brand, sodass noch einmal 1000 Menschen umkommen. – Richter 9,22-49

Bei einem Angriff auf die Stadt Tebez, 15 km nordöstlich von Sichem, kommt Abimelech selbst um, weil eine Frau ihm von der Mauer herab den Drehstein einer Handmühle auf den Kopf wirft und ihm den Schädel zerschmettert. – Richter 9,50-57

um 1120 v.Chr.

Nach Abimelechs Zeit wirkt Tola aus dem Stamm Issachar für 23 Jahre als eine Art Friedensrichter auf dem Gebirge Efraοm. Zur gleichen Zeit übt Jaοr im Ostjordanland diese Tätigkeit aus. – Richter 10,1-5

Auch der etwa 58-jährige Hohe Priester Eli wirkt als Richter in Israel. Seine beiden erwachsenen Söhne sind als Priester in Schilo tätig, wo das Zelt der Gottesbegegnung seit 265 Jahren steht.

Hanna, die spätere Mutter Samuels betet zu Jahwe in Schilo. Wenn Gott ihr einen Sohn schenkt, will sie ihn sein Leben lang Jahwe weihen. Sein Haar sollte wie bei einem Nasiräer nie geschnitten werden. Der Priester Eli beobachtet sie dabei. – 1. Samuel 1,1-19

Samuel wird geboren und drei Jahre von seiner Mutter gestillt. – 1. Samuel 1,20-23

um 1116 v.Chr.

Samuel wird als drei- oder vierjähriger Junge in Schilo der Obhut Elis übergeben. Seine Mutter Hanna lobt Gott für das erhörte Gebet. – 1. Samuel 1,24 - 2,11

In Schilo gibt es viele Misstände wegen der Söhne Elis, die Jahwe nicht kennen und seine Opfer verachten. Doch der keine Samuel lernt es, Gott zu dienen. Einmal im Jahr besuchen ihn seine Eltern. Als die das erste Jahr wider da sind, segnet Eli sie. Er betet, dass Jahwe ihnen noch mehr Kinder schenken möge, was in den nächsten Jahren auch eintrifft. – 1. Samuel 2,12-21

1106 v.Chr.

Die Israeliten wollen nichts mehr von Jahwe wissen und dienen erneut den Baalen, den Astarten, den Göttern der Syrer und Sidonier, den Göttern der Moabiter, Ammoniter und Philister.
Jetzt greifen die Ammoniter Israel an und zwar nicht nur die Stämme im Ostjordanland, sondern sie überschreiten sogar den Joran und unterdrücken die Stämme Juda, Benjamin und Efraοm 18 Jahre lang. Gleichzeitig bedrängen die Philister Israel von dieser Zeit an 40 Jahre lang. – Richter 10,6-16 / Richter 13,1

Der etwa 13-jährige Samuel erfährt seine Berufung durch Gott und muss dem 72-jährigen Eli das Gericht Gott über dessen Familie verkündigen. – 1. Samuel 3,1-18

um 1100 v.Chr.

Drei unbekannte Richter wirken in verschiedenen Stämmen: Ibzahn in Juda, Elon in Sebulon und Abdon in Ephraim. – Richter 12,8-15

Samuel wächst zu seinem jungen Mann heran, der Gott und den Menschen gefällt. – 1. Samuel 2,26

1095 v.Chr.

Simson, der wie Samuel von Geburt an Gott geweiht wurde, also ein Nasiräer war, dem niemals die Haare geschnitten werden dürfen, beginnt Israel aus der Gewalt der Philister zu retten. Mit seiner übermenschlichen Kraft spielt er diesen aber nur eine Anzahl böse Streiche. Ansonsten lebt er seine Leidenschaft mit Frauen aus, was ihm dann auch zum Verhängnis wird. – Richter 13,1 - 15,20

1088 v.Chr.

Im Ostjordanland beschließen die Ältesten der zweieinhalb israelitischen Stämme einen Heerführer zu suchen, den sie dann auch zum Oberhaupt aller Bewohner Gileads machen wollen. Sie erwählen Jiftach. – Richter 10,17 - 11,11

Jiftach nimmt das Amt an und erklärt den Ammonitern den Krieg. Dabei erwähnt er, dass die Ostjordanstämme 300 Jahre lang[ 16 ] offenbar im gegenseitigen Einvernehmen mit den Ammonitern in diesem Gebiet lebten und dass deren Invasion also Unrecht war. – Richter 11,12-28

Jiftach sammelt seine Truppen in Gilead und Manasse und greift die Ammoniter an. Er kann ihnen eine vernichtende Niederlage beibringen. Törichterweise legt er vor Beginn des Krieges ein Gelübde ab, das ihm nach seinem Sieg große Schmerzen bereitet.[ 17 ] – Richter 11,29-40

Die Männer des Stammes Efraοm sammeln sich und machen Jiftach schwere Vorwürfe. Das führt zu einem Bruderkrieg, der 42.000 Efraοmiten das Leben kostet. – Richter 12,1-6

um 1086 v.Chr.

Dem 92-jährige Eli wird von einem unbekannten Gottesmann eine Gerichtsbotschaft überbracht, weil er seine Söhne nicht in Zucht gehalten hat.[ 21 ] Ihm wird angekündigt, dass seine Familie das Amt des Hohen Priesters verlieren wird. – 1. Samuel 2,27-36 / 1. Könige 2,27

Israel wird es immer deutlicher bewusst, dass Samuel von Gott zum Propheten berufen ist. Man hört auf ihn. – 1. Samuel 3,19-21

1082 v.Chr.

Jiftach stirbt nach sechsjährigem Richteramt. – Richter 12,7

1080 n.Chr.

Die Philister greifen Israel an. Es kommt zu einer erbitterten Schlacht, bei der Israel 4000 Kämpfer verliert. Danach holen die Israeliten die Bundeslade Gottes in ihr Lager. Sie wird von den beiden Söhnen Elis begleitet. Israel erleidet in der darauffolgenden Schlacht aber eine furchtbare Niederlage. Die Philister erbeuten die Bundeslade, zerstören das Heiligtum von Schilo und besetzen das Kernland von Israel. – 1. Samuel 4,1-11 / Jeremia 7,12.14 / Psalm 78,60

Der Hohe Priester Eli stirbt nach der Nachricht vom Verlust der Bundeslade und dem Tod seiner beiden Söhne. – 1. Samuel 4,12-22

Bei den Philistern richtet Gott durch die Gegenwart der Bundeslade viel Unheil an. Sie wird sieben Monate lang von Stadt zu Stadt weitergegeben und schließlich mit einem Versöhnungsgeschenk nach Israel zurückgeschickt. Doch auch die Einwohner von Bet-Schemesch fürchten die Lade und wollen sie nicht behalten, weil auch bei ihnen einige Menschen durch sie sterben. Schließlich kommt sie nach Kirjat-Jearim unter den Schutz der Familie Abinadabs. – 1. Samuel 5,1 - 7,1

Um diese Zeit wird der 40-jährige Samuel mehr und mehr auch als Richter Israels anerkannt.

um 1074 v.Chr.

Simson lässt sich immer wieder mit Frauen von den Philistern ein. Eine verrät ihn, sodass er seine Kraft verliert und von den Philistern gefangen wird. – Richter 16,1-22

1075 v.Chr.

Simson stirbt bei einem Fest der Philister und reißt dabei 3000 seiner Feinde mit in den Tod. – Richter 16,23-31

um 1060 v.Chr.

Mizpa. 20 Jahre nachdem die Bundeslade nach Kirjat-Jearim gebracht worden war ruft der etwa 60-jährige Samuel ganz Israel nach Mizpa zusammen und kann sie dazu bringen, dass sie ihre Schuld vor Gott bekennen. Doch die Philister rücken an. Samuel betet für das Volk. Da greift Gott ein und schenkt Israel einen großen Sieg über die Philister. Diese müssen sich aus dem Gebiet Israels zurückziehen. – 1. Samuel 7,1-14

um 1055 v.Chr.

Samuel besucht schon etliche Jahre lang regelmäßig die Orte Bet-El, Gilgal und Mizpa, um den Israeliten dort Recht zu sprechen. Die übrige Zeit richtete er Israel in seiner Heimatstadt Rama. Um diese Zeit setzt er seine beiden Söhne als Richter ein, die ihr Amt in Beescheba ausüben.Leider folgen sie nicht seinem Vorbild und sind bestechlich. – 1. Samuel 7,15 - 8,3

China. Die Hunnen fallen in China ein, werden aber abgewehrt.

1050 v.Chr.

Die Ältesten Israels nehmen die Bestechlichkeit der Söhne Samuels als Vorwand, von ihm die Einsetzung eines Königs zu fordern. Zwar hatte Gott schon längst vorgesehen, dass Israel einmal von einem König regiert werden würde (5. Mose 17,14-20), aber das Schlimme an der Forderung der Ältesten ist, dass sie so wie alle Völker sein wollen und damit die Herrschaft Gottes ablehnen.
Jahwe gibt Samuel die Weisung, trotzdem auf das Volk zu hören, es aber noch einmal mit aller Deutlichkeit auf die Rechte eines Königs hinzuweisen. – 1. Samuel 8,4-21

Saul, der Sohn eines Benjaminiten Kisch, trifft auf der Suche nach den Eselinnen seines Vaters auf Samuel, der ihn zu einem Opfermahl führt, ihn am nächsten Tag zum König über Israel salbt und ihm voraussagt, dass ihm auf dem Heimweg eine Gruppe musizierender Propheten begegnen wird, bei denen er den Geist Gottes empfangen werde. – 1. Samuel 9,1 - 10,16

Samuel ruft das Volk wieder nach Mizpa zusammen und lässt es sich nach Stämmen geordnet aufstellen. Dann fragt er Jahwe nach dem richtigen Mann, der durch Los über die Stämme, die Sippen bis zur Einzelperson ausgewählt wird. Das göttliche Los trifft Saul. Samuel stellt ihn dem Volk vor und erklärt dann Israel noch einmal die Rechte des Königs. Diese werden anschließend von ihm aufgeschrieben und im Heiligtum Jahwes niedergelegt. – 1. Samuel 10,17-27

China. Um diese Zeit verwendet man schon einen Abacus, ein mechanisches Hilfsmittel zum Rechnen.

1045 v.Chr.

Die Ammoniter belagern die Stadt Jabesch im Ostjordanland. Die Männer der Stadt schicken nach ganz Israel um Hilfe. Saul hat bis dahin zu Hause in der Landwirtschaft gearbeitet. Doch als er diese Nachricht hört ruft er mit einer drastischen Maßnahme ganz Israel zum Kampf auf. Israel meldet sich geschlossen zum Kampf. Saul kann in seiner ersten Schlacht die Ammoniter besiegen. Er wird danach noch einmal als König bestätigt und eint Israel in seiner Person. – 1. Samuel 11,1-15

Samuel hält seine Abschiedsrede als Richter Israels und führt dem Volk durch ein Wunder Gottes vor Augen, wie böse es war, einen König zu verlangen. Doch er würde auf keinen Fall aufhören, für Israel zu beten und ihnen den guten und richtigen Weg zu zeigen. – 1. Samuel 12,1-25

 


Fußnoten

[ 6 ] Die Kapitel 13-21 im Buch Josua bilden praktisch die Besitzurkunde Israels, die frühestens nach dieser Zeit aufgeschrieben wurde. Der zeitliche Ablauf der einzelnen Eroberungen fand vielleicht so statt, wie oben dargestellt. Aber die Eroberungen waren selbst nach dem Tod Josuas noch nicht abgeschlossen, wie das Richterbuch ausdrücklich vermerkt.
[ 7 ] Vergleiche die Verwendung von "wir", "uns" in Josua 5,1.6 und vor allem Josua 24,26, aber auch 8,32. Josua konnte jedenfalls schreiben.
[ 8 ] Zum Beispiel das häufige Vorkommen der Wendung "bis auf diesen Tag" bzw. "bis heute", was einen späteren Verfasser voraussetzt.
[ 9 ] Weitere Hinweise sind, dass die Jebusiter Jerusalem noch besaßen (vergleiche 15,63 mit 2Sam 5,6-9), die Philister noch keine nationale Bedrohung waren, die kanaanäischen Städte noch mit den alten Namen bezeichnet werden (vergleiche 15,9.13) und die Kanaaniter noch in Geser lebten (vergleiche Jos 16,10 mit 1Kö 9,16). Auch Pinhas der Enkel Aarons, war noch am Leben (Richter 20,28).
[ 10 ] Josua 13-21 ist am besten als nachträgliche Eigentumsbeschreibung zu verstehen, in der zeitlich verschiedene Geschehnisse zusammengestellt sind. Deshalb ist es sinnvoll, die Entlassung der Kämpfer aus dem Ostjordanland schon hier anzufügen.
[ 12 ] Ähnlich war es schon einmal zur Zeit Abrahams, 2091 v.Chr. (1. Mose 14 - siehe 2083 n.A.)
[ 13 ] Baal bedeutet "Herr" oder "Gebieter". Er wurde als Fruchtbarkeitsgott in Kanaan verehrt. Auch die Aschera war eine Fruchtbarkeitsgöttin, die in handlichen Figuren, geweihten Bäumen oder Pfählen verehrt wurde.
[ 14 ] Ich folge hier der Argumentation von Ellisen, der die Bemerkung in Mt 1,5 ernst nimmt, wo die ehemalige Hure Rahab als Ehefrau Salmons erwähnt wird. Boas muss also schon um 1390 v.Chr. geboren worden sein. Von daher muss aber eine Lücke in den Geschlechtsregistern angenommen werden, die allerdings nur zwischen Obed und Isai möglich ist, wo wir keine Altersangabe des Vaters bei der Geburt des Sohnes besitzen. Denn eine Zeitspanne von 300 Jahren bis zur Geburt Davids kann Isai allein nicht überbrücken. Für das Jahr 1340 v.Chr. als Jahr der Eheschließung von Boas und Rut spricht auch, dass in der Zeit, als Noomi und Elimelech nach Moab gingen, die Beziehung zwischen den Moabitern und Israel noch freundlich war. – Andere nehmen an, dass die Geschichte Ruts in der Zeit Gideons (um 1150 v.Chr.) spielte, was aber keine sinnvolle Beziehung zu Rahab mehr ermöglicht.
[ 15 ] In der Gestalt des Engels Jahwes offenbart sich Gott häufig im Alten Testament. Es spricht viel dafür, in dieser Person eine Voroffenbarung unseres Herrn Jesus Christus zu sehen.
[ 16 ] Dies ist ein wichtiger chronologischer Fixpunkt, dessen Endpunkt auf den Beginn der ammonitischen Invasion (1106 v.Chr.) bezogen werden kann.
[ 17 ] Ob Jiftach sein Gelübde wörtlich erfüllt hat oder ob seine einzige Tochter lebenslang als Jungfrau im Heiligtum Israels Dienst tun müsste, wird von Auslegern kontrovers beantwortet. Wir wissen es also nicht.
[ 18 ] Das Buch der Richter ist nicht chronologisch aufgebaut (siehe 1029 v.Chr.). Werden alle Zahlenangaben nacheinander addiert, ergeben sich 410 Jahre für die Richterzeit. Es stehen aber nur 300 Jahre zur Verfügung, wenn wir die Angabe von 1. Könige 6,1 ernst nehmen. Von daher wird angenommen, dass verschiedene Richter gleichzeitig in verschiedenen Gebieten Israels wirkten. Dafür spricht auch, dass praktisch für jeden Stamm Israels (wenn man Schamgar Asser zuordnet) ein Richter erwähnt wird. Auch die Unterdrückungen von außen waren oft nur auf bestimmte Gebiete begrenzt.
[ 20 ] Das geht aus einem Vergleich von 1kö 2,27 mit 1Chr 24,3.6 hervor, wo der Linie Itamar das Amt des Hohen Priesters von David entzogen wurde
[ 21 ] Auch das erste Buch Samuel ist wie das Buch der Richter nicht streng chronologisch aufgebaut, sondern nach Inhalten strukturiert. Zum Beispiel bilden 1Sam 2,1-36 eine chiasmische Struktur (vgl. Youngblood in Gaebelein Band 3 S. 588). Deshalb ist diese Geschichte wahrscheinlich später einzuordnen (2,22: Eli war sehr alt geworden) als die Berufung Samuels.